Dubai News - Dubai Allgemein

30.12.2009 12:13 Uhr
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Die Emirate setzen auf Atomkraft - Kosten 14 Milliarden Euro

Bei aller Sympathie, bei allem Verständnis, aber die sonst so fortschrittlichen Vereinigten Arabischen Emirate sind auf dem besten Wege, in Bezug auf ihre Energieversorgung einen Schritt rückwärts zu gehen.

Allen voran Abu Dhabi, wo man mit der autarken Stadt „Masdar City“ ein Vorzeigemodell durch Versorgung ausschließlich mit erneuerbarer Energie baut, gleichzeitig aber auf Atomkraft setzt.

Vier bis 2020
Die ersten Atomkraftwerke in der Golf-Region, sollen aus vier Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 1400 Megawatt bestehen. Ein südkoreanisches Konsortium wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten Atomkraftwerke im Wert von etwa 14 Milliarden Euro bauen. Dies wurde gestern beim Besuch des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak in Abu Dhabi vereinbart.

„Sicherheitsphilosophie“ gab den Ausschlag
Die Entscheidung für den südkoreanischen Anbieter mit den Worten begründet: „Wir waren von der erstklassigen Sicherheitsphilosophie beeindruckt.“ Damit haben sich die Südkoreaner gegen die amerikanische General Electrics und gegen die französische Areva durchgesetzt. Der erste Reaktor soll 2017 ans Netz gehen, die weiteren sollen bis 2020 folgen.

Absage an Sonne und Wind
In den Emiraten begründet man den Schritt hin zur Atomenergie mit steigendem Elektrizitätsbedarf, der durch Gas und Öl nicht mehr zu decken sei. Warum man nicht auf die im Übermaß vorhandenen Energiespender Sonne und Wind setzt, liegt vermutlich daran, dass man mit der Atomkraft im arabischen Raum Maßstäbe setzen will und in ihr eine Technologie sieht, um als High-Tech-Staat Lorbeeren zu sammeln.

Viele Fragezeichen
Doch man vergisst, dass man nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Der Nahe Osten ist ein Krisengebiet, ein durch Erdbeben gefährdetes Gebiet, und schlimmstenfalls, was man ja nicht hoffen will, haben Terroristen ein Anschlagsziel praktisch vor der Haustüre. So stellt sich die Frage, ob gerade neue Atomkraftwerke am Golf nicht zu einem Sicherheitsrisiko werden können?

Atomkraft – Energie von gestern?!
Der große Irrtum ist aber, dass man glaubt, Atomenergie wäre eine Energie der Zukunft. Das haben in Deutschland und in anderen Ländern Politiker parteiübergreifend schon lange erkannt: Es werden keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut – und in den Emiraten gleich vier, die alle bis 2020 fertig sein sollen.

Chance vertan
Und die Frage, ob man es verantworten kann, Unmengen von Wasser, das ohnehin sehr knapp ist, zu „verschwenden“, ist auch noch nicht beantwortet. So scheint es, dass man eine große Chance vertan hat, im Bereich der erneuerbaren Energien weltweite Maßstäbe zu setzen.

Und noch was
Gestern berichteten mehrere Fernsehstationen darüber, dass die Pläne, in der Sahara gigantische Solarkraftwerke zu bauen, die Strom bis nach Europa liefern, immer konkretere Züge annehmen. Es ist schade, dass man in den Emiraten die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat.

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Kommentare

bisher 2 Kommentare

am 02.01.2010 01:52 Uhr von Berthold Metzger
  Qualität statt Lobbyismus
Cui bono - Wem nutzt es?
Dieses alte lateinische Sprichwort sagt, man soll den Täter für eine schlimme Tat dort suchen, wo die Tat am meisten Nutzen stiftet.

Fürchtet die mit unseren Steuergeldern subventionsverwöhnte Solar- und Windenergiebranche das Nachdenken?

Es ist nämlich nicht richtig, dass in Europa keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden - im Gegenteil. Nur in Deutschland hat sich eine ideologisch und auch sonst erkrankte Partei dies zum Credo gemacht - während um uns herum neue Atomkraftwerke genehmigt und gebaut werden. Die Sicherheit ist in der Tat das entscheidende Kriterium und da sind mir drei nach deutschen Sicherheitssstandards erbaute und überwachte AKWs lieber als eines das mit höchst fragwürdigen Sicherheitsvorkehrungen kurz hinter der tschechischen Grenze gebaut und betrieben wird. Nur mit Wind- und Solarenergie werden wir in den nächsten 30 Jahren niemals den Energiebedarf decken können, der durch die hoffentlich bald abzuschaltenden Braunkohle-Meiler in neuer Form produziert werden muss. Und jetzt fangen auch noch die Araber an nachzu- denken - über AKW nachzudenken. Da könnten die erhofften Zusatzprofite aus noch mehr (durch Steuern finanzierter) Subvention für Wind- und Solarenergie ja vielleicht ins Schwanken geraten?

Ich hätte mir ein bisschen mehr Qualität in der Recherche und Aussage gewünscht und nicht offensichtlichen Lobbyismus. Als ob man für Osama bin Laden erst ein AKW auf der arabischen Halbinsel bauen muss, damit er eines angreifen kann (und sich den Zorn und Unmut der ganzen arabischen Welt zuzuziehen).

Also lieber Steuerzahler: bitte erhalten und retten Sie die übermäßigen Subventionen für Wind- und Solarenergie und denken Sie nicht ernsthaft über Alternativen nach, auch wenn es andere tun!


am 30.12.2009 21:02 Uhr von Christian Zimmermann
  Ist Strom aus Kernenergie nicht unmoralisch?
Wer die Erderwärmung begrenzen will, muß Atomkraftwerke abschalten, auch weil sie via Kühlwasser Flüsse und Umgebung aufheizen und selbst im sogenannten Normalbetrieb Radioaktivität emittieren (das heißt: abstrahlen).

Die Atomwirtschaft ist eine Branche, bei der trotz Privatisierung in realsozialistischer Manier immer noch der Staat haftet, falls etwas schief geht. Sie steht völlig ungerechtfertigt im Ruf, billigen Strom zu produzieren. Die externen Kostenfaktoren bei der Erzeugung von Kernkraftstrom hat, unter Helmut Kohl, das damalige Bundeswirtschaftsministerium 1992 durch die renommierte Baseler PROGNOS AG berechnen lassen. Diese Studie der PROGNOS AG trägt den Titel: "Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung." Aus ihr geht hervor, daß bei Berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom schon damals circa 4 DM betragen hat. Das wären heute circa 2 €. Die günstigen Produktionskosten für Ökostrom betragen bei Windkraftstrom 0,06 Euro pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis für solaren Ökostrom beträgt inklusive 19 % Mehrwertsteuer aktuell 0,68 Euro. Wenn aber der Kernkraftstrom mindestens doppelt so viel kostet wie die erneuerbaren Energien, warum, in Himmels Namen, sollen wir uns dann diese ganze entsetzliche Umweltproblematik (Tschernobyl!) der Kernenergie weiterhin "ans Bein binden"?!

Quelle:
http://www.fair-news.de/news/42275/


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