Es sind die wichtigsten vier Wochen im Jahr für jeden Muslim: Ramadan, der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Der Ramadan soll dem Muslim Selbstbeherrschung und Enthaltsamkeit bringen, und er soll durch das Fasten Körper und Geist reinigen. Aber der Ramadan hat auch eine soziale Komponente: Er soll die Muslime an die Menschen auf der ganzen Erde erinnern, die unter Hunger leiden. Deshalb ist es in diesen vier Wochen absolute Pflicht, auch für die Armen dieser Welt zu spenden.
Der Fastenmonat soll auch dem Muslim die Chance geben, sich von seinen Lastern zu trennen. Vor allem in Form von Gebeten, die in den Moscheen den ganzen Tag über stattfinden, aber auch von den Minaretten der Moscheen zu hören sind.
Die Regeln im Ramadan
Um es etwas salopp auszudrücken, der Ramadan soll den Muslimen die Gelegenheit geben, auch einmal richtig zum Alltag Abstand zu nehmen und vor allem zu Beten. Sich an die Regeln des Ramadan zu halten, gehört zu den fünf wichtigsten Pflichten im Islam. Weitere Pflichten sind "Schahada", das Glaubensbekenntnis, das "Salat", das ritualisierte Gebet, das "Zakat", die Pflicht zu spenden, und natürlich "Al-Haj", die Pilgerreise nach Mekka - aber nur wenn man das nötige Geld und keine gesundheitlichen Probleme hat.
Fasten ist nur ein Teil des Ramadan
Es gibt im Ramadan noch zahlreiche andere Regeln: Das Fasten beginnt bei Sonnenaufgang. Und hierzu soll sich der Muslim an folgende Regel halten: "Wenn das bloße Auge einen schwarzen Faden von einem weißen Faden unterscheiden kann". Das Fasten endet mit dem Sonnenuntergang, bis dahin darf nicht geschimpft und geflucht werden, aber auch das Kauen eines Kaugummis, das Rauchen, auch das Sisha-Rauchen, alle sportliche Aktivitäten und sehr wichtig, Geschlechtsverkehr ist ein absolutes Tabu.
Es gibt allerdings einige Ausnahmen: Urlauber, Kinder bis zur Pubertät, schwangere Frauen, Frauen die Stillen oder ihre Periode haben, behinderte Menschen, spezielle Berufe, wie Chirurgen oder Feuerwehrmänner, wenn diese arbeiten müssen. Diese Berufsgruppen müssen allerdings die Fastentage nach dem Ramadan nachholen.
Es soll tatsächlich Muslime geben, die den Ramadan austricksen wollen und am Tage schlafen, aber in der Nacht arbeiten. Dies gilt als "haram", also als ein eklatanter Verstoß.
Der Ramadan und der gregorianische Kalender
Die islamischen Feiertage fallen jedes Jahr auf einen anderen Tag im. Nur Weihnachten fällt immer auf den 24./25. Dezember, aber der Geburtstag des Propheten Mohammed kann auf Anfang Mai fallen und im nächsten Jahr wird er bereits Mitte April gefeiert.
1. Während des Ramadan darf tagsüber nicht öffentlich gegessen, getrunken und geraucht werden.
2. Essen und Trinken sind nur in privaten Räumen gestattet oder in Restaurants, die ausreichend abgedeckt sind.
3. Das öffentliche kauen eines Kaugummis ist untersagt.
4. Während des Ramadan sind in Dubai nur wenige Restaurants geöffnet, die dafür Steuern zahlen müssen.
5. Wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet ruft der Muezzin zum "Tarawih"-Gebet und dann zum Fastenbrechen "Iftar" auf. Diese Regel befolgen die Sunniten unter den Muslimen.
6. Zum Fastenbrechen Iftar ist jeder eingeladen, ob Muslim oder Nicht-Muslim.
7. Ein zweites Abendessen "Suhur" findet rund zwei Stunden nach dem Iftar statt. Das gesellige Beisammensein immer mit reichhaltigen Büfetts, orientalischer Musik und Tee bietet beste Möglichkeiten, mit Einheimischen in Kontakt zu treten.
In Dubai übertrumpfen sich während des Ramadan Hotels, Restaurants und Shopping-Malls mit speziellen "Iftar-Rabatten" um Gläubige und Touristen anzulocken. Der Ramadan ist zu einem großen Geschäft geworden.
Viele Golfaraber nutzen den Ramadan für einen Urlaub in Dubai. So kommen Jahr für Jahr vor allem die reichen Familien aus Saudi-Arabien nach Dubai, um hier einen Urlaub zu verbringen. Für andere Touristen ist es während dieser Zeit ein Spektakel, die große Zahl von Luxusautos bestaunen zu können.
Aufgrund der hohen Temperaturen zieht es während des Ramadan viele in Dubai arbeitenden Menschen zurück in die Heimat. Vor allem dann, wenn der Ramadan in die Sommermonate fällt.
Das Fest "Eid ul-Fitr"
Die letzten Tage des Ramadan werden zum ausgiebigen Feiern genutzt.
Das Fest "Eid ul-Fitr" ist der Höhepunkt des Fastenmonats. Es ist so etwas wie das Weihnachtsfest in den westlichen Ländern. Jetzt werden Freunde und Verwandte besucht, man tafelt üppig und beschenkt sich. Und dann verwandeln sich die Straßen von Dubai in echte Party-Meilen. Ein Erlebnis für jeden Urlauber.
Nochmal zur Erinnerung: Alkohol und Schweinefleisch sind wie bei allen Mahlzeiten im Islam tabu. Das Rauchen der Wasserpfeife "Shisha" ist weitgehend erlaubt und trotz einiger Einschränkungen in Dubai immer noch weit verbreitet.
Mit Kindern im Ramadan nach Dubai reisen?
Zugegeben, diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Kinder haben Durst und Hunger, egal ob Ramadan ist oder nicht. Essen und Trinken in der Öffentlichkeit sollte man immer meiden. Aber Einkaufen kann man immer, und ein verstecktes Fleckchen oder das eigene Hotelzimmer oder Appartement gibt es immer.
Es ist deshalb grundsätzlich zu empfehlen, dass man mit Kindern ein Appartement mietet, um Problemen aus dem Weg zu gehen. Im geschlossenen Raum, dazu noch klimatisiert, schmeckt es immer. Doch auch für Kinder ist es interessant, wie die Menschen im Islam die wichtigsten vier Wochen ihrer Religion verbringen und feiern. Und abends ist sowieso alles, wie man es sich wünscht.
Wer noch mehr über den Ramadan in Dubai wissen möchte, kann auf der Seite der Dubai-News im Suchfeld den Begriff Ramadan eingeben. Dann erhält man weitere, nicht unwichtige Informationen.