Das Gebäude des heutigen Heritage House im Stadtbezirk Deira wurde 1890 von Mattar bin Saeed bin Muzaaina erbaut. Es bestand ursprünglich aus zwei Schlafzimmern, aus denen viele kleine Räume aus Palmwedeln gebaut wurden, die auf einen weiten Innenhof gerichtet waren.
Ab Mitte des Jahres 1994 führte die Stadtverwaltung von Dubai umfassende Restaurierungs- und Reparaturarbeiten an dem insgesamt 935 Quadratmeter großen Gebäude durch. Sie dauerten rund 18 Monate lang. Am 20. März 2000 wurde das Heritage House von Sheikh Hamdan bin Rashid Al Maktoum schließlich offiziell eröffnet.
Der Gästeraum wird immer noch als der wichtigste Raum in einem Haus in den Emiraten betrachtet, da der Islam zu Großzügigkeit und Gastfreundschaft auffordert und es als eine islamische Pflicht angesehen wird, Gästen und Reisenden Unterkunft und Bewirtung anzubieten.
Alle Fenster und Balkone dieses Gästeraums sind auf den Innenhof gerichtet. Auf dem Fußboden sind üblicherweise luxuriöse persische Teppiche auf einer Lage von "Dawshak" genannten Strohmatten ausgebreitet. Zudem standen zum gemütlichen Sitzen Kissen aus bestickter Seide und Wolle bereit.
Bis heute ist der Innenhof ein architektonisches Charakteristikum in Häusern der Golfregion und Dubai. Um diesen wichtigen zentralen Bestandteil vieler Gebäude sind alle Räume herum gebaut, da er Tageslicht liefert und für eine gute Belüftung im ganzen Haus sorgt.
Für gewöhnlich war der Innenhof groß, mit Dattelpalmen, Mandel- und Nabjfrucht-Bäumen bepflanzt und der Ort, an dem die Kinder ihre traditionellen Spiele wie "Sabba", "Jaheef" oder "Arayes" spielten.
Die Veranda ist ein offener Bereich, die auf den Innenhof ausgerichtet ist. Das Dach besteht aus Holz und Verputz und die Fassade ist von Säulen umgeben, die mit unterschiedlichen floralen Designs, natürlichen Motiven und geometrischen Formen verziert sind.
Speziell im Frühling und im Winter wurde sie als eine Art Wohnzimmer und als Versammlungsort der ganzen Familie genutzt. Auf dem Fußboden ist über einer Strohmatte ein "Zoliya" genannter Teppich ausgebreitet. Die Familienmitglieder und andere Gäste saßen aber häufig auch auf langen Holzbänken.
Das Hauptwohnzimmer wurde das ganze Jahr hindurch von der Familie genutzt, um sich zu versammeln, miteinander zu sprechen und gemeinsam zu essen.
Dieser Salzwasserbrunnen wurde zum Waschen von Gebrauchsgegenständen und Geschirr genutzt. Das Süßwasser zum täglichen Leben wurde hingegen von einem "Al-Murwi" genannten Wasserträger aus den Süßwasserbrunnen ("Al Tawee") geholt und mit Eseln in großen Behältnissen zu den Familien gebracht, die es in Gefäßen im Haus lagerten.
Der Lagerraum diente vor allem dazu, Vorräte zu lagern und Gebrauchs- und Haushaltsgegenstände - insbesondere Küchenutensilien - unterzubringen. Er befand sich gewöhnlich entfernt von den Wohnbereichen in der Nähe der Küche und war mit vielen Ablageregalen und Holzkisten möbliert, in denen die Vorräte verstaut wurden. Um die oberen Regale zu erreichen, wurde eine Holzleiter benutzt. Einige wohlhabende Händler besaßen in ihrem Lagerraum auch eine Presse, mit der sie so genannten "Dibs"-Sirup herstellen konnten. Dieser Honig ähnliche Sirup wurde für zahlreiche Gerichte und Desserts verwendet.
Die Küche war traditionell ein kleiner Raum in einer Ecke des Hauses abseits der Wohnräume, damit die Gerüche und der Rauch beim Kochen nicht in die Wohnbereiche zogen. Im Allgemeinen war Kochen die Aufgabe der Frauen im Haus, die zur Zubereitung von Speisen vor allem Mahlsteine, Siebe, Röster und Töpfe sowie Kohle und Holz als Brennstoff nutzten.
Der obere Raum war in der Regel auf das Meer ausgerichtet. Er besitzt viele Fenster und Öffnungen an den Hausseiten zum Innenhof und zur Straße, so dass die Luft frei durch den Raum zirkulieren kann und er kühl bleibt. Der obere Raum war vor allem für Händlerhäuser typisch und wurde während des Sommers auch für Familientreffen genutzt. Vom Innenhof wird er durch einen schattigen und gewöhnlich hölzernen Flur mit dem arabischen Namen "Al-Warish" getrennt.
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